Ratgeber · Die Messtechnik

Thermografie: was die Farben wirklich sagen.

By Alice Carpenter · Bausachverständige, DESAG B/250907
DESAG B/250907 · PrüfenRICS-akkreditierter BSc · LondonTätig seit 2015Vollumfänglich versichert100+ Begutachtungen5.0 · Google
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DESAG Sachverständiger Stempel, Alice Carpenter, B/250907

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BSG e.V. Sachverständiger, Alice Carpenter, DE-B-18092507

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Berufsfachverband für das Sachverständigen- und Gutachterwesen e.V., DE-B-18092507.

Eine Wärmebildkamera sieht weder Wasser noch Leitungen noch Schimmel. Sie sieht Temperatur, und Temperatur verrät, richtig gelesen, fast alles übrige.

Jede Oberfläche strahlt Wärme ab, und das Muster dieser Abstrahlung ist eine Karte dessen, was hinter dem Belag geschieht. Leitungen zeigen sich als warme Linien. Fehlende Dämmung als kalte Flächen. Luft, die am Fensterrahmen vorbeizieht, zeichnet einen scharfen Gradienten. Und Feuchtigkeit, wovor Käufer sich am meisten fürchten, verrät sich durch Verdunstungskälte: Eine feuchte Stelle ist messbar kühler als die trockene Wand daneben.

Wärmebild einer Wärmequelle bei 42,2 Grad mit sichtbarer Zuleitung in der Wand
42,2 °C: eine Wärmequelle und die zuführende Leitung, durch die fertige Wand hindurch verfolgt. Ohne Öffnen, ohne Bohren, ohne Schaden.

Worauf wir achten

Bei einer Begutachtung verdient sich die Kamera ihren Platz auf vier Arten: Wärmebrücken, kalte Wege durch die Gebäudehülle, an denen sich irgendwann Kondensat bildet; Dämmlücken, sanierte Wände, die hinter der neuen Beplankung nie gedämmt wurden; Leitungs- und Heizungsverläufe, wohin sie führen, ob sie undicht sind, ob die Bodenheizung den Boden tatsächlich abdeckt; und Luftundichtigkeiten, die Züge um Rahmen und Türen, die auf Ihrer Heizkostenabrechnung erscheinen, lange bevor Sie sie spüren.

Wärmebild einer Altbau-Eingangstür bei 21,8 Grad mit Temperaturgradient um den Rahmen
Ein Altbau-Eingang bei 21,8 °C: Der Gradient um Rahmen und Briefkasten zeigt genau, wo warme Luft entweicht.

Die ehrlichen Grenzen

Was eine Wärmebildkamera nicht kann, und was jeder verschweigt, der Ihnen Gewissheit allein aus Farben verkauft: Sie misst ausschliesslich Oberflächentemperatur. Eine kühle Stelle kann Feuchtigkeit sein, oder eine Kaltwasserleitung, ein Luftzug oder schlicht eine dicke Wand. Das Bild stellt die Frage, beantworten kann es sie nie allein.

Eine thermische Auffälligkeit ist eine Frage, kein Befund. Erst das Feuchtemessgerät macht einen Beleg daraus.

Deshalb bekommt jede Auffälligkeit bei uns ein zweites Gerät: kapazitive Feuchtekartierung über den verdächtigen Bereich, Einstichmessungen in der Tiefe, wo die Oberfläche es zulässt, und Referenzmessungen an einer nachweislich trockenen Wand gleicher Bauart. Erst wenn die Geräte übereinstimmen, wird aus einer Beobachtung ein Befund im Gutachten, mit den Zahlen daneben.

Wärmebild einer Raumecke, kühler als der Raum, bei 20,7 Grad
Eine Ecke, kühler als der Raum: 20,7 °C am Sockel, die klassische Vorbedingung für Kondensat und Schimmel.

Die übrige Ausrüstung

Nichts davon ist exotisch. Entscheidend ist die Disziplin: jeder Befund gemessen, jede Messung festgehalten, jede Zahl im Gutachten, wo Ihre Verhandlung sie brauchen kann.

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